Stillstand war noch nie eine gute Trainingsmethode
Es gibt ein Zitat, das ich liebe:
"Nur weil jemand seit 30 Jahren einen Herd besitzt, heißt das noch lange nicht, dass er kochen kann."
Warum?
Weil Erfahrung allein noch keine Qualität garantiert. Entscheidend ist, ob wir bereit sind, dazuzulernen.
Ich wünsche mir einen Reitsport, in dem wir genauer hinsehen, Fragen stellen und bereit sind, vertraute Wege weiterzuentwickeln. Einen Reitsport, in dem Schwierigkeiten nicht vorschnell als Unwillen oder mangelnder Gehorsam bewertet werden, sondern als wichtige Information verstanden werden können.
Pferdegerechtes Training
Training sollte dem Pferd helfen, seinen Körper zunehmend gesund, koordiniert und tragfähig einzusetzen. Dabei gibt es nicht den einen Weg, der für jedes Pferd und jeden Menschen gleichermaßen funktioniert. Für mich bedeutet pferdegerechtes Training deshalb, individuelle Voraussetzungen ernst zu nehmen, Übungen verständlich aufzubauen und die Reaktionen des Pferdes aufmerksam in die weitere Arbeit einzubeziehen.
Gesundheit ganzheitlich betrachten
Was im Training möglich ist, hängt auch von den Bedingungen außerhalb der Trainingseinheit ab.
Ausreichende Bewegung, Sozialkontakt, passende Fütterung, Regeneration, geeignete Böden, eine funktionelle Ausrüstung und eine möglichst pferdegerechte Haltung bilden die Grundlage dafür, dass Training überhaupt gesund wirken kann.
Nicht jede Herausforderung lässt sich allein durch eine andere Übung lösen. Manchmal braucht es einen genaueren Blick auf das gesamte Umfeld des Pferdes.
Zusammenarbeit statt Einzelperspektiven
Pferdegesundheit ist Teamarbeit.
Tiermedizin, Training, Therapie, Hufbearbeitung, Sattelanpassung und Pensionsbetriebe betrachten häufig unterschiedliche Teile desselben Pferdes. Besonders wertvoll wird diese Arbeit dort, wo Beobachtungen geteilt, Zusammenhänge erkannt und Maßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
Ich möchte deshalb langfristig ein Netzwerk mit Fachpersonen aufbauen, die offen, respektvoll und lösungsorientiert zusammenarbeiten – immer mit dem gemeinsamen Ziel, Pferd und Mensch bestmöglich zu begleiten.
Ein Reitsport, der sich weiterentwickeln darf
Der Reitsport steht vor Veränderungen. Gesellschaftliche Erwartungen wandeln sich, Wissen entwickelt sich weiter und viele Pferdemenschen wünschen sich neue Antworten auf alte Fragen.
Für mich bedeutet Zukunft nicht, alles Bisherige abzulehnen. Es bedeutet, Bewährtes zu prüfen, neue Erkenntnisse ernst zu nehmen und dort Veränderungen zuzulassen, wo sie dem Pferd zugutekommen.
Ich möchte zu einem Reitsport beitragen, der fachlich fundiert, fair, nachvollziehbar und pferdegerecht ist.
Wertschätzung professioneller Pferdedienstleistungen
Qualifizierte Arbeit mit Pferden erfordert Fachwissen, Erfahrung, regelmäßige Weiterbildung, Vorbereitung, Zeit und ein hohes Maß an Verantwortung. Wer Verantwortung für Pferde übernimmt, sollte daher den Anspruch haben, mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und modernen Haltungs- und Trainingskonzepten Schritt zu halten.
Faire und angemessene Preise ermöglichen es Fachpersonen, diese Arbeit langfristig sorgfältig und professionell auszuüben. Sie sind deshalb auch ein Teil nachhaltiger Qualität in der Pferdewelt.
Gemeinsam weiterdenken
Ich freue mich über den Austausch mit Tierärztinnen und Tierärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Hufbearbeitenden, Sattelfachleuten, Stallbetreibenden, Trainerinnen und Trainern sowie weiteren Menschen, die den Pferdesport verantwortungsvoll weiterentwickeln möchten.
Dabei müssen wir nicht in jedem Punkt dieselbe Meinung vertreten. Entscheidend sind für mich Offenheit, gegenseitiger Respekt, fachlicher Austausch und die Bereitschaft, das Wohl des Pferdes über persönliche Eitelkeiten oder starre Zuständigkeiten zu stellen.
Du arbeitest in der Pferdewelt und erkennst dich in diesen Gedanken wieder?
Dann freue ich mich darauf, von dir zu hören.